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 Johanna und Hans Staud
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 Pavillon Innen
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 Pavillon bei Nacht
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 Johanna Staud im Pavillon
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Pavillon
 Eulensammlung im Pavillon
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Staud's Pavillon am Yppenmarkt: Das Architektur-Konzept

Die Markt-Umgebung

Basierend auf dem historischen Nutzungsraster für die Anordnung der Marktstände und der Wege, dessen Funktionalität sich über 100 Jahre bewährte, hat das Architekturbüro Maczek-Mateovics im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens ein Konzept für die Neugestaltung des Yppenmarktes und des Yppenplatzes entwickelt.

Der Park wurde von den Landschaftsplanerinnen KoseLicka gestaltet. Die Platzgestaltung und die Neubauten der öffentlichen Hand wurden nach den Plänen der Architekten umgesetzt. Die Marktbauten, im Eigentum der Betreiber, werden von diesen schrittweise renoviert, beziehungsweise neu errichtet. In diesem Prozess stellte der Neubau von Staud's Pavillon einen wichtigen Impuls dar. Er ist Ausdruck der Identifikation mit dem Markt, auf dem die Familie Staud seit fast 120 Jahren tätig ist. Stadtgestalterisch wichtig sind hier nicht nur ansprechende Fassaden zu Platz und Gassen, sondern – für den Blick aus den Fenstern der umgebenden Wohnbauten – auch Formen und Material der Dächer.

Staud's Pavillon – wichtiger Impuls für die Markterneuerung

Mit dem neuen Staud's-Pavillon haben die Architekten ihr Konzept der neuen Dachformen deutlich sichtbar gemacht. Der Bau scheint seine Arme auszubreiten und er hebt sie wie zum Fliegen. Stammt die Form aus dieser Idee oder hat Mutter Stauds Vorliebe für Eulen die Architektur inspiriert?

Auch bei Staud's wird Bürgerbeteiligung groß geschrieben. Über einige Wochen war das Modell des neuen Pavillons im alten Marktstand zu sehen und die Kunden wurden um ihre Meinung gefragt.

Die hohe Zustimmung bestätigte Staud's und die Architekten. Gemeinsam wurde das Projekt, eine neue „Schmuckkassette“ für Staud's Produkte zu bauen, und einen besonderen Ort der Kommunikation und Kultur am Markt zu schaffen, immer weiter verfeinert. Hier ist nicht nur die Bühne für die Präsentation der Produkte aus dem Hause Staud, sondern auch die Bühne für Lesungen, Konzerte und Kleinkunst. Es ist Ort für Aufführungen und Feste, sowohl drinnen als auch vor dem Geschäft, im Rahmen der Bezirksfestwochen, einfach zwischendurch oder ganz spontan. Und die kulinarischen Höhepunkte: Ob heute die frischen Kirschen aus dem Hause Schönborn oder der neue Matjes zum Verkosten angeboten werden?

Bewährte Tradition neu interpretieren

Einiges vom Charme des alten, viel kleineren Geschäftes wurde übernommen und neu interpretiert: Die Fassadenfarbe gelb für Säulen und Attiken aus durchgefärbtem Sichtbeton, das Fenstergrün für die Rahmen der Glasfassade. Durch die großen Glasflächen leuchten auf zurückhaltend eleganten Edelstahl-Glasregalen die Farben der Konfitüren. Auch diese Form der Auslagen-Gestaltung hatte einen Vorläufer in den von Vater Staud selbst gezimmerten Regalen mit Glasfächern, auf denen sich die Produkte aus den kostbaren Früchten im Durchlicht wie Kunstobjekte präsentierten. (Nahe liegend, dass das Ausweichquartier während der Bauzeit die gegenüberliegende Galerie Art & Weise war.)

Der lang gestreckte Innenraum wird von der Fülle und Schönheit der Waren bestimmt. Die gesamte Rückwand bildet – wie früher – ein grünes Holzregal, nun bereichert durch ein Spiegelband in Augenhöhe. Hier gibt es den Überblick über die gesamte Palette der Erzeugnisse von Staud's. Und ganz oben aufgereiht die Eulensammlung.

Edle Materialien als Rahmen für edle Produkte

Vor diesem Hintergrund steht Mutter Staud an dem langen Pult aus hellem Birkensperrholz, dessen Platte mit einem gedämpften Orangerot belegt ist. Die Farbe finden wir am Herzstück, der anschließenden Saft-Bar, und an der Stirnwand des Raumes wieder. Am Boden verbindet sich Innen und Außen durch das Hereinführen der grauen Farbe des Asphalts, aber veredelt durch den Belag mit Schieferplatten. Nachts spiegelt sich die Decke mit den vielen eingebauten Lichtern in den Verglasungen und scheint sich über den Platz auszudehnen. Der Marmorbrunnen wurde auf Wunsch von Hans Staud in das gestalterische Konzept eingefügt und bildet den Mittelpunkt der Saft-Bar. Der Stein ist intensiv blaugrün gemasert und konnte von Staud's und den Architekten aus einem 20 Tonnen schweren Block „Luana Verde“ ausgewählt werden.

Das Wasser rieselt aus vier Düsen über die Rückfläche des Brunnens in ein Becken auf Tischhöhe, das halbkegelförmig in den Halbzylinder des Brunnensockels eingeschnitten ist. Das Blaugrün des Steines wird verstärkt durch die kontrastierende Umrahmung mit der halbkreisförmigen orangeroten Tischplatte, an der die Gäste stehen und die neuesten Neuigkeiten austauschen, während sie ihren, von Mama Staud stets frisch gepressten, orangeroten Karottensaft genießen. Die beleuchtete Vitrine im Zentrum der Stirnwand des Raumes beherbergt besondere Kostbarkeiten: prämierte Marmeladen, ein goldfarben galvanisierter Marillenzweig oder wunderschöne Marillenblüten auf Fotos von Stefan Schauer.

Multifunktionelle Einrichtung

Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich die Vitrine in eine Bar, die vom Nebenraum bedient werden kann. Dass hinter dieser Wand eine kleine Bühne mit Scheinwerfer-Beleuchtung versteckt ist, wird erst sichtbar, wenn man einen zweimal zwei Meter großen Wandteil mit der Vitrine wegdreht. Einer der vielen besonderen Wünsche von Hans Staud an die Nutzungsmöglichkeiten des Pavillons. Ihr Auftritt bitte!

Der leicht schräg gestellte Wandschirm aus Milchglas, der die kleine Küche und den Zugang in die Nebenräume abdeckt, ist ebenfalls ein Multitalent. Wird er um einen Endpunkt gedreht, können in der Küche bereits einige Köche werken. In beiden Wandstellungen können Dias oder Filme in Rückprojektion gezeigt werden, zum Beispiel zu einem Seminarthema von Hans Staud für Wirtschaftsstudenten oder über die Schönheit der Marillenblüte in der Wachau.

Verfasser: Brigitta Maczek und Ernst Maczek-Mateovics
Graphiken: Ernst Maczek-Mateovics
Fotos: Stefan Schauer

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