Michel de Montaigne (1533 bis 1592)„Jene Menschen sind Wilde im gleichen Sinne, wie wir die Früchte wild nennen, welche die Natur aus sich heraus und nach ihrem gewohnten Gang hervorbrachte, während wir in Wahrheit doch eher die wild nennen sollten, die wir durch unsere künstlichen Eingriffe entwertet und der allgemeinen Ordnung entzogen haben. (…)
(…) Unserer großen und mächtigen Mutter Natur geschähe Unrecht, wenn wir sie mit unseren Künsten von Ihrem Ehrenplatz verdrängten. (…)
(…) Alle Dinge, sagt Platon, werden durch die Natur, durch Schicksalsfügung oder durch Kunstfertigkeit bewirkt; die größten und schönsten durch eine der beiden ersten, die weniger wertvollen und unvollkommenen durch die letzte (…)“
Aus: Essays (Gesamtdokumentation, Kapitel 31, Eichborn Verlag, Frankfurt, 1998)
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